In der EU Consult sind europäische Berater zusammengeschlossen, die sich auf Dienstleistungen für Non-Profit Organisation spezialisiert haben.
Mitglieder müssen über mindestens fünf Jahre aufeinanderfolgende Erfahrung auf dem gemeinnützigen Sektor verfügen. Sie dürfen nur auf Honorarbasis bezahlt werden, also keine prozentuale Vergütung oder Zahlungen von Lieferanten akzeptieren. Ausserdem müssen sie ihre Werbung wahrheitsgetreu gestalten und dürfen sich nicht mit übertriebenen Erfolgen brüsten. Alles in allem sind die wichtigsten Bestimmungen für eine Mitgliedschaft also ähnlich wie bei der SGFF (Schweizerische Gesellschaft der Fundraising-Fachleute).
Einmal im Jahr treffen sich die europäischen Berater, um Erfahrungen auszutauschen und Neues zu lernen. Zu hören sind bei jedem Treffen Sprecher aus verschiedenen europäischen Ländern, die auf ihrem jeweiligen Gebiet ausgewiesene Spezialisten sind.
Besonders interessant fand ich dieses Jahr den Beitrag von Dr. Volker Then, dem Leiter der Bertelsmann Stiftung, einer der bedeutendsten in Deutschland.
Dr. Then stellte einen amerikanischen Fonds vor, der nur aus Spenden besteht. Die Spender/Einleger können bestimmen, für welchen Zweck ihr Geld eingesetzt werden soll, und die Fondsverwaltung prüft dann die Hilfsorganisationen, die auf diesem Sektor arbeiten und gibt Empfehlungen ab. Die Begeisterung in den USA ist gross, und besonders jüngere Spender haben diese neue Art, eine Spende wie eine Investition zu tätigen, begeistert aufgegriffen und dem Fonds zu ungeahnt schnellem Wachstum verholfen. Er wird verkauft als Lösung für Menschen, die effizient geben wollen.
Die Entwicklung scheint beängstigend: es gibt eine neue Zwischenstation zwischen dem Spender und der Hilfsorganisation, nämlich die Fondsverwaltung und diese legt knallharte, kommerzielle Masstäbe an.
Inzwischen wird untersucht, inwieweit sich dieses amerikanische Modell auf Deutschland und Europa übertragen lässt.
Aus Italien kam ein ganz ähnlicher Gedanke. Eine «fondazione di partizipazione» ist eine partizipierende Stiftung. Wieder die Idee, dass Menschen, die Geld in die Stiftung einbringen, auch mitbestimmen können bei wichtigen Entscheiden. Zuerst wurde diese Idee bei der Scala in Mailand angewendet und hat seitdem Anwendung bei anderen Non-Profit-Organisationen gefunden. Während bei der traditionellen Stiftung meistens ein Gründer Geld und Stiftungszweck einbrachte, setzt sich die Idee einer Gemeinschaft von Menschen durch, die ein gemeinsames Ziel haben und in einer dynamischen Struktur mitarbeiten wollen. Übrigens bringen Stiftungs-Mitglieder nicht immer Geld ein, sondern es kann z.B. auch eine Zeitung sein, die gratis Werbung zur Verfügung stellt.
Von praktischem Interesse war der Beitrag von Magnus von Wistinghausen, einem Schweizer, der in England arbeitet, über die Versuche von Museen mit kommerziellen Aktivitäten zusätzliche Mittel zu beschaffen. Es finden sich hier viel Parallelen zwischen Museen und Hilfswerken. Das Fazit aus einer Untersuchung war, dass nur Museen Erfolg hatten, die kommerzielle Aktivitäten mit einer engen Verbindung zu ihrer eigentlichen Arbeit initiierten. Irgendetwas zu verkaufen oder irgendeinen «event» zu veranstalten, brachte weder einen höheren Bekanntschaftsgrad, noch Geld. Ausserdem wurde auch festgestellt, dass die kommerziellen Aktivitäten am besten «outgesourced» wurden, weil die in der Organisation verfügbaren Mitarbeiter nicht genügend kommerzielle Erfahrungen hatten, um wirklich erfolgreich zu sein. Aber reines Outsourcing ist nicht genug. Die Geschäftsleitung vom Museum (Hilfsorganisation) muss selber aktiv mitwirken, damit die Ziele erreicht werden.
Ich sende Interessierten gerne eine Kopie einer Zusammenfassung (auf Englisch). Bitte teilen Sie mir Ihr Interesse über das Kontakt-Formular mit.
Barbara Crole, im September 2000
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